Seminar mit Axel Pettersson in München 10/11.09.2016

Teaser Freifecht Ausrüstung

Im September 2016 war Axel Pettersson (Göteborgs Historiska Fäktskola, Schweden) gerade auf Wanderschaft durch Österreich, Bayern und der Schweiz um auf den Spuren der alten Fechtmeister zu wandeln. Diese Gelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen und so konnte Ochs München am Wochenende vom 10. und 11. September 2016 zu einem Seminar unter Anleitung von Axel Pettersson laden. Da Axel neben seinem hervorragenden fechterischem Wissen vor allem auch große Erfahrung im Bereich des Turnierfechtens besitzt, war das Thema des Seminars "Und übe dich darin desto mehr für den Ernstfall – der Freikampf“.

Axel Petterson Portrait

Der Samstag begann nach dem Aufwärmen zunächst mit verschiedenen Drills, welche sich an die Hiebfolgen nach Joachim Meyer anlehnten. Jeder der Übungen hatte jedoch bereits eine weitere technische Komponente eingebaut, sei es das Umschlagen ohne eine Blöße zu öffnen oder der gezielte Einbau von Finten und Tempowechseln mitsamt dazugehöriger Körpermechanik.

Das Verwenden von Finten war ein stetiger Bestandteil der Übungen im gesamten Seminar. Durch definierte Übungsabläufe wurde explizit das Verhalten gegen verschiedene Reaktionen des Gegenübers auf die eigenen Finten trainiert.

Ein weiteres wichtiges Element war der gezielte Einsatz von seitlicher Fußarbeit - ein wesentlicher Aspekt des historischen Fechtens im Gegensatz zum modernen Sportfechten. Hier war das Ziel durch Kreuz- und Seitschritte Winkelvorteile und gewünschte Mensuren zu erarbeiten. Durch Einbau in verschiedene Freigefecht-Übungen wurde hier auch direkt die Verbindung zum freien Sparring hergestellt und jedem Teilnehmer noch einmal die Vorteile verdeutlicht, die ein Fechter über gezielte Fußarbeit erlangen kann.

Erläuterungen zu den Übungen

Der Sonntag stand dann noch deutlicher im Zeichen des Freigechts: in verschiedenen Trainingskonstellationen wurden Situationen simuliert, denen sich Fechter im Turnier ausgesetzt sehen: Wie gehe ich damit um, wenn mich mein Gegner in die Ecke der Kamfpffläche drängt? Wie gehe ich mit Punkteunterschieden um? Welche Taktiken sind erfolgsversprechend wenn man im Rückstand liegt und die Zeit knapp wird?

Schließlich wurde das Konzept des gecoachten Gefechts geübt: Wie es zunehmend auf großen Turnieren üblich wird stand dem Fechter ein Coach zur Verfügung. Dieser analysierte das Fechtgeschehen und gab "seinem" Fechter in einer kurzen Pause Hinweise und Anmerkungen zum Geschehenen. Hier wurde deutlich, dass auch das Coachen ganz eigene Fähigkeiten erfordert: Nicht nur das Fechtgeschehen muss analysiert sondern auch der Fechter psychologisch unterstützt und mit präzisen Hinweisen versorgt werden.

Pause zwischen den Gefechten

Insgesamt war dieses Seminar eine durch den vielen Freikampf körperlich sehr anstrengende aber vor allem auch sehr lehrreiche Veranstaltung. Durch die immense Erfahrung von Axel konnten wesentliche Punkte für den Freikampf in hoch kondensierter Form zwei Tage lang verdeutlicht werden. Insbesondere für alle am Freigefecht und am Turnier interessierten Fechter eine wertvolle Erfahrung.

Mehr Impressionen vom Seminar in der Fotogalerie: Fotogalerie

Eine Ausarbeitung zu den Übungen des Seminars ist im Mitgliederbereich im Bereich "Training" veröffentlicht.

Pause zwischen den Gefechten

Autor: Thomas Heydenreich
Redaktion: Martin Betzenbichler
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Heydenreich